Ewigkeitsglocke

Um 1225 wurde begonnen, die Pfarrkirche St. Marien Plau am See zu errichten. Etwas versteckt, an der Südseite des heutigen Altarraumes, ist noch heute die alte "Priesterpforte" im romanischen Baustil aus dieser Zeit zu sehen. Die Kirche wurde als eine dreischiffige und dreijochige Hallenkirche erbaut. Der weithin sichtbare wuchtige Turm ist für Touristen täglich geöffnet und lädt zu einem herrlichen Rundblick über Stadt und See ein. 120 Stufen führen direkt in die Glockenstube in eine Höhe von 40 Meter. Die drei Bronzeglocken der Plauer Kirche sind aus den Jahren 1522, 1700 und 1963. Ihr schöner Klang ruft die Gemeinde zu Gottesdiensten und Veranstaltungen. Die "Ewigkeitsglocke" bringt mit ihrem Schall aber auch die Nachricht vom Tod eines Gemeindemitgliedes zu allen Plauer Bürgern. Die ehemalige Läuteanlage der Kirche und ein altes Uhrwerk können heute im Plauer Heimatmuseum besichtigt werden.

Kirchturm Kreuz

Jede Epoche der fast 800 jährigen Geschichte der Kirche hat ihre Spuren in und an der Kirche hinterlassen. Nach einem großen Brand im Jahre 1696 wurde die heutige "kleine" Turmspitze aufgesetzt. Im Jahr 1726 verbrannte der alte Marienaltar. Offenbar hatte die Gemeinde in dieser Zeit wenig Geld und erwarb einen alten kleinen Altar aus dem 15. Jahrhundert. Dieser Altar hat seinen Ort in der ehemaligen Sakristei gefunden, die heute als Winterkirche genutzt wird. Das große Altarbild im Altarraum, malte der aus Plau stammende Maler Friedrich Lange in Rom um 1865.

Altar

In den Jahren 1877 bis 1879 wurde der Innenraum der Kirche vollständig umgestaltet, der alte Chor abgerissen und auf seinem Grundriss ein neuer errichtet. Da die neugotische Einrichtung fast vollständig erhalten ist, können der Geist, der Glauben und die Handwerkskünste dieser Zeit in der Kirche sehr gut erschlossen werden. Auf vielen Bänken des Gestühls finden wir bis heute die alte "Sitzordnung" nach Rang und Berufen in der Kirche wieder. Ganz im Geiste des 19. Jahrhunderts, das die christliche Frömmigkeit zur religiösen Überhöhung der Nation nutzen wollte, finden sich in der Turmhalle der Kirche Erinnerungen an die Kriege der Zeit. Eine Pieta des Plauer Bildhauers Prof. Wilhelm Wandschneider erinnert an die Gefallenen des 1. Weltkrieges.

Tauffünte

Das Taufbecken aus dem Jahr 1570 bewahrt mit zwei alten niederdeutschen Inschriften die Erinnerung an das Programm der Reformation, die Bibel in der Volkssprache zu verbreiten. Es verbindet in wunderschöner Weise die neue lutherische Lehre mit der alten Marienfrömmigkeit. Fünf Mal ist hier die "Maria im Strahlenkranz" dargestellt.

Dass eine Evangelische Kirche St. Marien Kirche heißt, verwundert einige Besucher. Eine Evangelische Marienkirche, das ist für norddeutsche Städte jedoch eher die Regel, als eine Ausnahme.

In den zurückliegenden Jahren konnten an der Plauer Marienkirche mit Hilfe vieler Spender und Förderer große Bauabschnitte saniert werden.

Die Kirchgemeinde wird dabei unterstützt durch einen Kirchbau Förderverein. Wer mithelfen und mitmachen möchte ist herzlich eingeladen. Entweder über das Pfarramt oder über den Vorsitzenden des Fördervereins Dr. Axel Tohtz axel.tohtz@web.de.

Die Kirchenbaustiftung Kiba (www.stiftung-kiba.de), die Deutsche Stiftung Denkmalschutz www.denkmalschutz.de, der Kirchenkreis Mecklenburg in der Nordkirche und viele weiter Stiftungen und Institutionen helfen. Dafür möchten wir an dieser Stelle danken.